Samstag, 1. Juni 2013

Julian Wolkenstein - Kampagne für Radio Nova, Australien

(c) Julian Wolkenstein

(c) Julian Wolkenstein

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Mittwoch, 29. Mai 2013

Thierry Cohen - Villes éteintes

Vertraute Skylines, Städte in der Nacht, aber kein menschengemachtes Licht erhellt die Dunkelheit. Befremdlich, beängstigend, und gleichzeitig traumgleich.


(c) Thierry Cohen

(c) Thierry Cohen

Sternenlichter, das Licht von Galaxien, das Universum - so also haben die Menschen unseren Himmel bis vor hundert Jahren noch gesehen, demütig gegenüber der Schöpfung, unterworfen den Mächten der Erde, den Gewalten der Natur. Unter solch einem Eindruck kann ich wieder verstehen,  dass es den Glauben an Gott oder Götter brauchte, um mit einer solchen Macht umzugehen, um nicht unterzugehen, standzuhalten.

Thierry Cohen fotografiert Städte und bearbeitet die Bilder so, dass keine künstliche Lichtquelle zu sehen bleibt. Aufgrund der Lichtverschmutzung ist der Himmel auf den Aufnahmen sternenlos. Er nimmt dann auf demselben Breitengrat, auf dem das Stadtfoto entstand, den unverschmutzten Nachthimmel auf und montiert die beiden Fotografien - das Ergebnis:

unsere Städte, wie wir sie sehen würden, wenn keine Lichtquelle die Sicht auf den Nachthimmel stört.

Mehr Bilder auf http://thierrycohen.com.

Ana Carolina Seu Jorge - É Isso Aí

Ein wunderbarer Coversong von Damien Rice's Song "The Blower's Daughter"


Damien Rice - The Blower's Daughter

In die Vergangenheit ausgebreitet

"Wir sind nicht auf unsere Gegenwart beschränkt, sondern weit in die Vergangenheit ausgebreitet. Das kommt durch unsere Gefühle, namentlich die tiefen, also diejenigen, die darüber bestimmen, wer wir sind und wie es ist, wir zu sein. Denn diese Gefühle kennen keine Zeit, sie kennen sie nicht und sie anerkennen sie nicht. [...]

Ich bin immer noch dort, an jenem entfernten Ort in der Zeit, ich bin dort nie weggegangen, sondern lebe ausgebreitet in die Vergangenheit hinein, oder aus ihr heraus. Sie ist Gegenwart, diese Vergangenheit. Die tausend Veränderungen, welche die Zeit vorangetrieben haben - sie sind, gemessen an dieser zeitlosen Gegenwart des Fühlens, flüchtig und unwirklich wie ein Traum, und auch trügerisch wie Traumbilder.

Und nicht nur in der Zeit sind wir ausgebreitet. Auch im Raum erstrecken wir uns weit über das hinaus, was sichtbar ist. Wir lassen etwas von uns zurück, wenn wir einen Ort verlassen, wir bleiben dort, obgleich wir wegfahren. Und es gibt Dinge an uns, die wir nur dadurch wiederfinden können, dass wir dorthin zurückkehren. Wir fahren an uns heran, reisen zu uns selbst [...]. Was könnte aufregender sein, als ein unterbrochenes Leben mit all seinen Versprechungen wiederaufzunehmen?

Es ist ein Fehler, ein unsinniger Gewaltakt, wenn wir uns auf das Hier und Jetzt konzentrieren in der Überzeugung, damit das Wesentliche zu erfassen.

Worauf es ankäme, wäre, sich sicher und gelassen, mit dem angemessenen Humor und der angemessenen Melancholie, in der zeitlich und räumlich ausgebreiteten inneren Landschaft zu bewegen, die wir sind."

Pascal Mercier, "Nachtzug nach Lissabon"

Die Anerkennung der Verwirrung

"Am Ende stehen lauter Widersprüche auf dem Papier. Lange Zeit habe ich geglaubt, das sei ein Mangel, etwas, das es zu überwinden gelte.

Heute denke ich, dass es sich anders verhält: dass die Anerkennung der Verwirrung der Königsweg zum Verständnis dieser vertrauten und doch rätselhaften Erfahrungen ist."

Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon

Spuren des Vergangenen

"Warum machen mich Spuren des Vergangenen traurig, auch wenn es Spuren von etwas Heiterem sind?"

Pascal Mercier, "Nachtzug nach Lissabon"