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Die Phantasie setzt die künftige Welt entweder in die Höhe, oder in die Tiefe, oder in der Metempsychose zu uns.
Wir träumen von Reisen durch das Weltall: ist denn das Weltall nicht in uns?
Die Tiefen unsers Geistes kennen wir nicht. - Nach Innen geht der geheimnisvolle Weg. In uns, oder nirgends ist die Ewigkeit mit ihren Welten, die Vergangenheit und Zukunft.
Die Außenwelt ist die Schattenwelt, sie wirft ihren Schatten in das Lichtreich. Jetzt scheint es uns freilich innerlich so dunkel, einsam, gestaltlos, aber wie ganz anders wird es uns dünken, wenn diese Verfinsterung vorbei, und der Schattenkörper hinweggerückt ist.
Wir werden mehr genießen als je, denn unser Geist hat entbehrt.
Novalis, Blüthenstaub
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Dienstag, 24. Februar 2015
Donnerstag, 6. November 2014
Freitag, 24. Oktober 2014
Nietzsche: Herr in der eigenen Werkstatt
"Ach, es ist viel Langeweile zu überwinden, viel Schweiß nötig, bis man seine Farben, seinen Pinsel, seine Leinwand gefunden hat! Und dann ist man noch lange nicht Meister seiner Lebenskunst, – aber wenigstens Herr in der eigenen Werkstatt."
Friedrich Nietzsche
Friedrich Nietzsche
Donnerstag, 15. Mai 2014
Siblings Without Rivalry: Dedication
Siblings Without Rivalry
by Adele Faber and Elaine Mazlish
is dedicated:
To all the grown up siblings who still
by Adele Faber and Elaine Mazlish
is dedicated:
To all the grown up siblings who still
have a hurt child inside them.
Donnerstag, 14. November 2013
Dienstag, 17. September 2013
Tolstoi: Kinderhändchen
"Ja, ja, sch-sch-sch..." antwortete Kitty nur; sie wiegte sich leicht und drückte zärtlich das am Handgelenk wie mit einem Fädchen umschnürte pummelige Händchen, das Mitja bald schloss, bald öffnete.
aus: Leo Tolstoi Anna Karenina
aus: Leo Tolstoi Anna Karenina
Samstag, 31. August 2013
Wolfgang Herrndorf: Dämmerung
Dämmerung
Ich bin vielleicht zwei Jahre alt und gerade wach geworden. Die grüne Jalousie ist heruntergelassen, und zwischen den Gitterstäben meines Bettes hindurch sehe ich in die Dämmerung in meinem Zimmer, die aus lauter kleinen roten, grünen und blauen Teilchen besteht, wie bei einem Fernseher, wenn man zu nah rangeht, ein stiller Nebel, in den durch ein pfenniggroßes Loch in der Jalousie hindurch bereits der frühe Morgen hineinflutet. Mein Körper hat genau die gleiche Temperatur und Konsistenz wie seine Umgebung, wie die Bettwäsche, ich bin ein Stück Bettwäsche zwischen anderen Stücken Bettwäsche, durch einen sonderbaren Zufall zu Bewußtsein gekommen, und ich wünsche mir, daß es immer so bleibt. Das ist meine erste Erinnerung an diese Welt.
Angeblich wächst die Sentimentalität mit dem Alter, aber das ist Unsinn. Mein Blick war von Anfang an auf die Vergangenheit gerichtet. Als in Garstedt das Strohdachhaus abbrannte, als meine Mutter mir die Buchstaben erklärte, als ich Wachsmalstifte zur Einschulung bekam und als ich in der Voliere die Fasanenfedern fand, immer dachte ich zurück, und immer wollte ich Stillstand, und fast jeden Morgen hoffte ich, die schöne Dämmerung würde sich noch einmal wiederholen.
aus: Wolfgang Herrndorf, Arbeit und Struktur
Mittwoch, 24. Juli 2013
The day the Earth smiled
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| (c) NASA |
"Consider again that dot. That's here. That's home. That's us. On it everyone you love, everyone you know, everyone you ever heard of, every human being who ever was, lived out their lives. The aggregate of our joy and suffering, thousands of confident religions, ideologies, and economic doctrines, every hunter and forager, every hero and coward, every creator and destroyer of civilization, every king and peasant, every young couple in love, every mother and father, hopeful child, inventor and explorer, every teacher of morals, every corrupt politician, every "superstar," every "supreme leader," every saint and sinner in the history of our species lived there – on a mote of dust suspended in a sunbeam.
The Earth is a very small stage in a vast cosmic arena. Think of the rivers of blood spilled by all those generals and emperors so that in glory and triumph they could become the momentary masters of a fraction of a dot. Think of the endless cruelties visited by the inhabitants of one corner of this pixel on the scarcely distinguishable inhabitants of some other corner. How frequent their misunderstandings, how eager they are to kill one another, how fervent their hatreds. Our posturings, our imagined self-importance, the delusion that we have some privileged position in the universe, are challenged by this point of pale light. Our planet is a lonely speck in the great enveloping cosmic dark. In our obscurity – in all this vastness – there is no hint that help will come from elsewhere to save us from ourselves.
The Earth is the only world known, so far, to harbor life. There is nowhere else, at least in the near future, to which our species could migrate. Visit, yes. Settle, not yet. Like it or not, for the moment, the Earth is where we make our stand. It has been said that astronomy is a humbling and character-building experience. There is perhaps no better demonstration of the folly of human conceits than this distant image of our tiny world. To me, it underscores our responsibility to deal more kindly with one another and to preserve and cherish the pale blue dot, the only home we've ever known."
Carl Sagan (1943-1996)
from I fucking love Science
Die Stunde
"Uns gehört nur die Stunde.
Und eine Stunde, wenn sie glücklich ist, ist viel."
Theodor Fontane (1819-1898)
Und eine Stunde, wenn sie glücklich ist, ist viel."
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| (c) Witold Cizmowski |
Mittwoch, 29. Mai 2013
In die Vergangenheit ausgebreitet
"Wir sind nicht auf unsere Gegenwart beschränkt, sondern weit in die Vergangenheit ausgebreitet. Das kommt durch unsere Gefühle, namentlich die tiefen, also diejenigen, die darüber bestimmen, wer wir sind und wie es ist, wir zu sein. Denn diese Gefühle kennen keine Zeit, sie kennen sie nicht und sie anerkennen sie nicht. [...]
Ich bin immer noch dort, an jenem entfernten Ort in der Zeit, ich bin dort nie weggegangen, sondern lebe ausgebreitet in die Vergangenheit hinein, oder aus ihr heraus. Sie ist Gegenwart, diese Vergangenheit. Die tausend Veränderungen, welche die Zeit vorangetrieben haben - sie sind, gemessen an dieser zeitlosen Gegenwart des Fühlens, flüchtig und unwirklich wie ein Traum, und auch trügerisch wie Traumbilder.
Und nicht nur in der Zeit sind wir ausgebreitet. Auch im Raum erstrecken wir uns weit über das hinaus, was sichtbar ist. Wir lassen etwas von uns zurück, wenn wir einen Ort verlassen, wir bleiben dort, obgleich wir wegfahren. Und es gibt Dinge an uns, die wir nur dadurch wiederfinden können, dass wir dorthin zurückkehren. Wir fahren an uns heran, reisen zu uns selbst [...]. Was könnte aufregender sein, als ein unterbrochenes Leben mit all seinen Versprechungen wiederaufzunehmen?
Es ist ein Fehler, ein unsinniger Gewaltakt, wenn wir uns auf das Hier und Jetzt konzentrieren in der Überzeugung, damit das Wesentliche zu erfassen.
Worauf es ankäme, wäre, sich sicher und gelassen, mit dem angemessenen Humor und der angemessenen Melancholie, in der zeitlich und räumlich ausgebreiteten inneren Landschaft zu bewegen, die wir sind."
Pascal Mercier, "Nachtzug nach Lissabon"
Ich bin immer noch dort, an jenem entfernten Ort in der Zeit, ich bin dort nie weggegangen, sondern lebe ausgebreitet in die Vergangenheit hinein, oder aus ihr heraus. Sie ist Gegenwart, diese Vergangenheit. Die tausend Veränderungen, welche die Zeit vorangetrieben haben - sie sind, gemessen an dieser zeitlosen Gegenwart des Fühlens, flüchtig und unwirklich wie ein Traum, und auch trügerisch wie Traumbilder.
Und nicht nur in der Zeit sind wir ausgebreitet. Auch im Raum erstrecken wir uns weit über das hinaus, was sichtbar ist. Wir lassen etwas von uns zurück, wenn wir einen Ort verlassen, wir bleiben dort, obgleich wir wegfahren. Und es gibt Dinge an uns, die wir nur dadurch wiederfinden können, dass wir dorthin zurückkehren. Wir fahren an uns heran, reisen zu uns selbst [...]. Was könnte aufregender sein, als ein unterbrochenes Leben mit all seinen Versprechungen wiederaufzunehmen?
Es ist ein Fehler, ein unsinniger Gewaltakt, wenn wir uns auf das Hier und Jetzt konzentrieren in der Überzeugung, damit das Wesentliche zu erfassen.
Worauf es ankäme, wäre, sich sicher und gelassen, mit dem angemessenen Humor und der angemessenen Melancholie, in der zeitlich und räumlich ausgebreiteten inneren Landschaft zu bewegen, die wir sind."
Pascal Mercier, "Nachtzug nach Lissabon"
Die Anerkennung der Verwirrung
"Am Ende stehen lauter Widersprüche auf dem Papier. Lange Zeit habe ich geglaubt, das sei ein Mangel, etwas, das es zu überwinden gelte.
Heute denke ich, dass es sich anders verhält: dass die Anerkennung der Verwirrung der Königsweg zum Verständnis dieser vertrauten und doch rätselhaften Erfahrungen ist."
Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon
Heute denke ich, dass es sich anders verhält: dass die Anerkennung der Verwirrung der Königsweg zum Verständnis dieser vertrauten und doch rätselhaften Erfahrungen ist."
Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon
Spuren des Vergangenen
"Warum machen mich Spuren des Vergangenen traurig, auch wenn es Spuren von etwas Heiterem sind?"
Pascal Mercier, "Nachtzug nach Lissabon"
Pascal Mercier, "Nachtzug nach Lissabon"
Donnerstag, 23. Mai 2013
...die bewohnte Menschenwelt als das, was sie ursprünglich war...
Seit 1991 auf einem Zettel notiert, haben diese Zeilen über all die Jahre nicht an Eindrücklichkeit für mich verloren:
"Ich mag die kürzer werdenden Tage mit der früh einbrechenden Dunkelheit und das künstliche Licht in den Häusern, das einen langen Abend verspricht. Drinnen und draußen, Geborgenheit und die offene Weite des Nachttraums sind nun schärfer getrennt. Und tief in der Nacht, wenn nur hier und da ein Fenster erleuchtet ist, erscheint einem die bewohnte Menschenwelt als das, was sie ursprünglich war: eine umhegte Insel, umgeben von Dunkelheit und einer unheimlichen kosmischen Stille."
Dieter Wellershoff, Blick auf einen fernen Berg (1991)
"Ich mag die kürzer werdenden Tage mit der früh einbrechenden Dunkelheit und das künstliche Licht in den Häusern, das einen langen Abend verspricht. Drinnen und draußen, Geborgenheit und die offene Weite des Nachttraums sind nun schärfer getrennt. Und tief in der Nacht, wenn nur hier und da ein Fenster erleuchtet ist, erscheint einem die bewohnte Menschenwelt als das, was sie ursprünglich war: eine umhegte Insel, umgeben von Dunkelheit und einer unheimlichen kosmischen Stille."
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| (c) tes |
Dieter Wellershoff, Blick auf einen fernen Berg (1991)
Konstantinos Kavafis - Kerzen
Kerzen
Die Tage der Zukunft stehen vor uns
Wie eine Reihe angezündeter Kerzen -
Goldene, warme, lebendige Kerzen.
Die Tage der Vergangenheit bleiben hinter uns,
Eine traurige Reihe abgebrannter Kerzen,
Die letzten rauchen noch,
Kalte Kerzen, geschmolzen und krumm.
Ich will sie nicht sehen; ihr Anblick grämt mich,
Es schmerzt mich, an ihr erstes Licht zu denken.
Ich schaue nach vorn auf meine brennenden Kerzen.
Ich will mich nicht umwenden, um mit Entsetzen zu sehen,
Wie rasch die dunkle Reihe sich verlängert,
Wie rasch die erloschenen Kerzen sich mehren.
Konstantinos Kavafis (1863-1933)
Die Tage der Zukunft stehen vor uns
Wie eine Reihe angezündeter Kerzen -
Goldene, warme, lebendige Kerzen.
Die Tage der Vergangenheit bleiben hinter uns,
Eine traurige Reihe abgebrannter Kerzen,
Die letzten rauchen noch,
Kalte Kerzen, geschmolzen und krumm.
Ich will sie nicht sehen; ihr Anblick grämt mich,
Es schmerzt mich, an ihr erstes Licht zu denken.
Ich schaue nach vorn auf meine brennenden Kerzen.
Ich will mich nicht umwenden, um mit Entsetzen zu sehen,
Wie rasch die dunkle Reihe sich verlängert,
Wie rasch die erloschenen Kerzen sich mehren.
Konstantinos Kavafis (1863-1933)
Montag, 12. November 2012
Fear less, hope more.
“Fear less, hope more;
eat less, chew more;
whine less, breathe more;
talk less, say more;
love more, and all good things will be yours.”
aus Schweden
eat less, chew more;
whine less, breathe more;
talk less, say more;
love more, and all good things will be yours.”
aus Schweden
Sonntag, 11. November 2012
Reisen in andere Verfassungen der eigenen Seele
"Wir reisen nicht nur an andere Orte, sondern vor allem reisen wir in andere Verfassungen der eigenen Seele."
Werner Bergengruen (1892-1964)
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| (c) WDR5 |
Werner Bergengruen (1892-1964)
Mittwoch, 15. August 2012
Donnerstag, 9. August 2012
Dave Matthews - Grey Street
Grey Street
Oh look at how she listens
She says nothing of what she thinks
She just goes stumbling through her memories
Staring out on to Grey Street
She thinks, “Hey,
How did I come to this?
I dream myself a thousand times around the world,
But I can’t get out of this place”
There’s an emptiness inside her
And she’d do anything to fill it in
But all the colors mix together - to grey
And it breaks her heart
How she wishes it was different
She prays to God most every night
And though she swears it doesn’t listen
There’s still a hope in her it might
She says, “I pray
But they fall on deaf ears,
Am I supposed to take it on myself?
To get out of this place”
There’s loneliness inside her
And she’d do anything to fill it in
And though it’s red blood bleeding from her now
It feels like cold blue ice in her heart
When all the colors mix together - to grey
And it breaks her heart
There’s a stranger speaks outside her door
Says take what you can from your dreams
Make them as real as anything
It’d take the work out of the courage
But she says, “Please
There’s a crazy man that’s creeping outside my door,
I live on the corner of Grey Street and the end of the world”
There’s an emptiness inside her
And she’d do anything to fill it in
And though it’s red blood bleeding from her now
It’s more like cold blue ice in her heart
She feels like kicking out all the windows
And setting fire to this life
She could change everything about her using colors bold and bright
But all the colors mix together - to grey
And it breaks her heart
It breaks her heart
To grey
![]() |
| (c) www.guitarmadeez.com |
Oh look at how she listens
She says nothing of what she thinks
She just goes stumbling through her memories
Staring out on to Grey Street
She thinks, “Hey,
How did I come to this?
I dream myself a thousand times around the world,
But I can’t get out of this place”
There’s an emptiness inside her
And she’d do anything to fill it in
But all the colors mix together - to grey
And it breaks her heart
How she wishes it was different
She prays to God most every night
And though she swears it doesn’t listen
There’s still a hope in her it might
She says, “I pray
But they fall on deaf ears,
Am I supposed to take it on myself?
To get out of this place”
There’s loneliness inside her
And she’d do anything to fill it in
And though it’s red blood bleeding from her now
It feels like cold blue ice in her heart
When all the colors mix together - to grey
And it breaks her heart
There’s a stranger speaks outside her door
Says take what you can from your dreams
Make them as real as anything
It’d take the work out of the courage
But she says, “Please
There’s a crazy man that’s creeping outside my door,
I live on the corner of Grey Street and the end of the world”
There’s an emptiness inside her
And she’d do anything to fill it in
And though it’s red blood bleeding from her now
It’s more like cold blue ice in her heart
She feels like kicking out all the windows
And setting fire to this life
She could change everything about her using colors bold and bright
And it breaks her heart
It breaks her heart
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