Donnerstag, 23. Mai 2013

Konstantinos Kavafis - Kerzen

Kerzen

Die Tage der Zukunft stehen vor uns
Wie eine Reihe angezündeter Kerzen -
Goldene, warme, lebendige Kerzen.

Die Tage der Vergangenheit bleiben hinter uns,
Eine traurige Reihe abgebrannter Kerzen,
Die letzten rauchen noch,
Kalte Kerzen, geschmolzen und krumm.

Ich will sie nicht sehen; ihr Anblick grämt mich,
Es schmerzt mich, an ihr erstes Licht zu denken.
Ich schaue nach vorn auf meine brennenden Kerzen.

Ich will mich nicht umwenden, um mit Entsetzen zu sehen,
Wie rasch die dunkle Reihe sich verlängert,
Wie rasch die erloschenen Kerzen sich mehren.


Konstantinos Kavafis
Konstantinos Kavafis (1863-1933)

Mittwoch, 22. Mai 2013

Vier

Nur Stunden nach meinem letzten daybook-Eintrag vergingen, dann waren wir vier. Dieser letzte Tag, der allein mir gehörte. Und nun sind wir vier. Wir finden uns neu und lernen uns neu kennen und sind uns vertrauter wie nie vorher. Wir können uns auf uns verlassen und stärken uns und finden die Wunder des neuen Lebens ein zweites Mal, diesmal in Begleitung unseres Grossen. Wir sind glücklich.

Freitag, 26. April 2013

The simple woman's daybook

Would you like to linger on the simple things...then join me and many others in taking a little look into the day plans and thoughts of those who are focusing on simplicity...beauty of the everyday moments.
http://thesimplewomansdaybook.blogspot.com/


FOR TODAY

Outside my window... ein Sommertag!

I am thinking...
wie herrlich es ist, wieder Sonne auf der Haut zu spüren. Wie gerne ich diesen Tag noch verlängern würde. Wie sehr ich mich darauf freue, gleich meinen Sohn abzuholen.

I am thankful... für diese Stunden, die ich unbeschwert und sorglos für mich alleine verbringen durfte.

In the kitchen... muss dringend aufgeräumt werden.

I am wearing... Jeans und ein weisses Top. Nichts an den Füssen, herrlich...

I am creating... unsere Wohnung für unser Leben zu viert.

I am going... gleich nach draussen, um unseren Grossen von seinem langen Tag abzuholen.

I am wondering... wie lange ich wohl noch schwanger bin. Ein paar Tage noch, dann werden wir unser Kleinchen im Arm halten.

I am reading... ich habe heute Nachmittag "The Great Gatsby" zu Ende gelesen.

I am hoping... dass diese Stunden der Entbindung, die vor mir liegen, und mich so sehr beschäftigen, nicht über meine Kräfte hinausgehen. Dass es dem Kind gut geht. Dass die Geburt für uns beide selbstbestimmter sein darf. Dass ich die Schmerzen ertrage.

I am looking forward to...
meine Familie heute abend wieder beisammen ist.

I am learning... Alles hat seine Zeit.

Around the house... Frühling - die Bäume werden endlich grün.

I am pondering... ob wir als Eltern alles gut machen. So oft denke ich, unser Grosser ist so toll. So oft denke ich, ich mache alles falsch. Es ist eine ewige Reise.

A favorite quote for today...
"Es ist Liebe, die Gestalt angenommen hat. Glück, das den Atem nimmt. Zärtlichkeit, für die es keine Worte gibt. Eine kleine Hand, die zurückführt in eine Welt, die man vergessen hat."

One of my favorite things... ruhen... achja.

A few plans for the rest of the week: Es gibt noch so viele dringende Sachen zu erledigen. Eine Liste ist gemacht, nur nicht zu ehrgeizig sein...

A peek into my day... Aufräumen, dieser Schal wird zwar nicht weggegeben, wie zuerst gedacht, aber für jemand anderen aufgehoben... aus Australien ist er noch...

Mittwoch, 17. April 2013

Neon Luminance

From The Lenz (Sean Lenz und Kristoffer Abildgaard) haben in ihrer Serie Neon Luminance Wasserfälle fotografiert, nachdem sie Leuchtstäbe verschiedener Farben in die Strömung geworfen haben.

Belichtet wurde zwischen 30 Sekunden und 7 Minuten lang.

(c) From The Lenz

Augen

Der Photograph Suren Manvelyan ist seit 2006 als professioneller Photograph tätig.

Ich bin durch seine Serien "Your beautiful Eyes" und "Animal Eyes" auf ihn aufmerksam geworden. Was für eine bizarre Schönheit.

(c) Suren Manvelyan: Human Eye

(c) Suren Manvelyan: Human Eye

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Kündigung

Plötzlich war sie da, die Situation, die unser Leben ändern könnte.

Mein Mann und Freund kommt nach Hause, am letzten Arbeitstag vor der Weihnachtspause, und berichtet, wie er sich hintergangen und benutzt vorkommt, rücksichtlos behandelt - die Geschichte soll hier nicht erzählt werden - und nach ein paar Tagen ist uns klar, dass für ihn die einzige Möglichkeit darin besteht, sich von der Firma zu distanzieren und - zu kündigen.

Natürlich macht uns das Angst. Es ist nicht klar, was uns das neue Jahr bringen wird. Vielleicht bleiben wir hier. Vielleicht gehen wir. Gleichzeitig steht im Raum, in Sydney ganz neu anzufangen, nur für ein paar Jahre, und dann wieder zurückzukommen.

(c) vagabondish.com
Obwohl ich mir nicht vorstellen kann, hier zu bleiben, kann ich mir auch nicht vorstellen zu gehen. Der letzte Umzug sitzt mir noch so tief in den Knochen. Und wir haben so viel Krams, ich vor allem, den ich mir seit Jahren vornehme zu organisieren. Jetzt ist wohl die Zeit.

Und die Menschen, die wir hier kennenlernen durften. Schon wieder Abschied nehmen? Es sind nicht viele, aber mir so wichtig.

Aber ich muss zugeben, dass mich die Aussicht auf eine, wenn auch erzwungene, Veränderung, in freudige Unruhe versetzt, ganz anders als die Aussicht, weitere Jahre hier zu leben.

Freitag, 21. Dezember 2012

Die Vorstellung des Verlusts

Heute morgen lag ich schlaflos im Bett, und ein Fernsehbeitrag, der mich zutiefst erschüttert hat, liess mich weinend, voller Trauer, in meinem Bett liegen und mich das Unvorstellbare vorstellen: ich verliere meinen Sohn, mein geliebtes wunderbares Kind.

Ich tastete nach ihm im Bett, neben mir, und hielt sein warmes Bein fest, das mir am nächsten war, da er quer im seinem Bett lag, streichelte ihn, hielt ihn fest - ein Augenblick für die Ewigkeit.

Und in mir war so viel Scham und Schmerz, da ich mich, während ich ihn festhielt, erinnerte, wieviel Ungeduld und Ärger ich ihm zeige, wenn ich mit seinem Verhalten (er ist drei Jahre, manchmal vergesse ich mich) unzufrieden bin, wenn ich nicht aushalte, das er mir nicht zuhört, Quatsch macht, ausprobiert, statt so zu sein, wie ich es in diesem Augenblick gerade möchte. Es ist so unverzeihlich.

Alles, ALLES, würde ich vermissen, wenn ich ihn verlieren würde.

Und heute lese ich zufällig zwei Blogeinträge, die genau das in Worte fassen. Der Anlass ist so tragisch, der Amoklauf in Newtown.

They'd suddenly become my favorite things von itsjusthowiseethings.

Why vacuum cleaning should always be beautiful von rachelmariemartin.

Und auch während des Lesens dieser beiden Beiträge laufen mir die Tränen, ein Leben ohne unser Kind wäre unfassbar, unvorstellbar, ich kann mir den Schmerz nicht ansatzweise vorstellen. Auch ich lag da, als ich die Nachricht von Newtown hörte, weinend, nicht in der Lage mir vorzustellen, durch was die Eltern der getöteten Kinder gehen, für den Rest aller Tage.